ThePOEMist

poesie pur


die tage verlieren an kontur
sind ausgelaugt an den kanten

durch all die wiederholungen
verblichen, ja durchscheinend

wie ein zu oft kopierter abzug
eines nie gefundenen orginals

(Quelle: thepoemist)

no tears in the writer, no tears in the reader - Robert Frost

no tears in the writer, no tears in the reader - Robert Frost

fast ein monolog

'ich glaube, das prinzip der optischen täuschung läßt sich ohne große mühe auf unsere gefühlswelt übertragen', sinniere ich und zähle dabei die sterne an der decke.

'so wie bestimmte grafische elemente, wie linien oder kreise, wenn sie nur trickreich angeordnet oder in eine definierte bewegung gebracht werden dem betrachter ein perfektes trugbild vorgaukeln können, so sind auch manche gefühle dazu in der lage unseren verstand zu vernebeln, gar auszuschalten. dazu müssen sie nur stark genug sein, oder sich in günstiger weise ergänzen und schon ist es um uns geschehen. die sehnsucht zum beispiel; sie scheint raum und zeit zu krümmen, läßt uns entfernungen als unendlich, als unerträglich empfinden. die leidenschaft; sie verwirrt uns wie eine sich immer schneller drehende spiralscheibe - durch sie wird schwarz zu weiß und schmerz zu lust. am deutlichsten aber wird das phänomen durch die liebe. sie macht nicht nur sprichwörtlich blind, sondern tatsächlich auf einer emotionalen ebene, die..'

'einen moment, bitte..', unterbrichst du mich. ich sehe dir neugierig dabei zu wie du mit der hand neben dem bett nach meiner hose fischst. 'kannst du mir bitte noch mal die stelle mit dem schmerz und der lust erklären? ich glaube, die hab ich noch nicht so richtig verstanden..', flüsterst du und legst behutsam den gürtel auf meine nackte brust.

(Quelle: thepoemist)

ganz früh am morgen
wenn ich alleine

durch die straßen
gehe

sieht die welt so aus

wie sie sich für mich
schon immer anfühlt
.

(Quelle: thepoemist)

succubus

unter den sanften berührungen
meiner fingerspitzen

heilen langsam
deine zart brennenden wunden

auf meiner haut, wo die

spuren der
nacht

im fahlen licht des traumes

die sehnsucht
beschwören, so sinnlich
betören

empfängst du die dämonen

meiner lust
.

(Quelle: thepoemist)

tock, ..tock

sie klopfen an meine türe
unheilvoll, wie krähenfüße
auf lackiertem holz

tock, ..tock

leg den kopf auf meine brust
vorsichtig, nicht zu nahe
dann hörst du sie

tock, ..tock

die dunklen gedanken
in meinem versteck

tock,
.. vor dir

tock,
..vor mir

haiku

dunkelblattlinden
rauschen im seelenschatten
zum wolkenschaudern

(Quelle: thepoemist)

seltsam,
es wird schon
langsam dunkel
und auch
etwas kalt
hier drin
gibt es keine
zeit oder andere
wartende die
stühle sind
die einzigen
gedanken
die mir noch
bleiben
sie leer
und drehen sich
im kreis um
mich herum
warten sie
mit mir und
denken sich
seltsam,
es wird schon
langsam dunkel
und auch
etwas kalt
.

(Quelle: thepoemist)

deine wimpern
streifen

meine wange

wie ein komet

den himmel
fühlt
.

(Quelle: thepoemist)

close your eyes

I

es ist kein gewöhnliches foto
dessen farben im zwielicht
der halbgeschlossenen jalousien
meinem gesicht einen matten
schimmer verleihen

II

sie sieht traurig aus
denke ich und betrachte sie
die zerwühlten laken
das etwas zu große bett und
die kleinen details in denen sich
meine einsamkeit verliert

III

vielleicht sollte ich mich
so wie sie

an den bettrand setzen
nackt, die arme aufgestützt

lege ich meinen kopf zur seite
ziehe die schulter etwas hoch

bis sie meine wange berührt

IV

wenn ich jetzt meine augen
schließe, fühlt es sich an

als würde ich meinen kopf

auf deine schulter
legen

V

und du deinen auf meine
.

inspiriert hiervon..

(Quelle: thepoemist)

ein brief (fragmente)

..es ist, als würde ich dich immer wieder neu erschaffen. jeden tag den du nicht bei mir bist, male ich in meiner fantasie an dem bild von dir, das mit jedem gedanken, jeder vorstellung, jedem gedicht in dem ich dich beschreibe, wirklicher, realer und vollkommener zu werden droht..

..in der groben kohleskizze die unsere wirklichkeit auf der leinwand meiner vorstellungskraft darstellt, fülle ich die lücken, die dein fehlen schlägt mit breitem spatel und groben pinselstrichen in den farben der melancholie. der klang deiner stimme, der duktus deiner worte und das summen deiner leidenschaft - das alles füllt den raum, bildet die grundierung..

..nur in den einsamen stunden zwischen den tagen zeichne ich dich immer feiner und voller genauigkeit aus den skizzen meiner sehnsüchte, den farben der lust, der ängste und der hoffnung. so farbenreich die palette, so schmerzvoll verliere ich mich in deinen schattierungen..

..mit jedem tag, jeder nuance die ich an dir male um dich bei mir zu haben, um meinen schmerz zu mindern, trage ich mehr von mir selbst (meiner auf dich projezierten sehnsüchte) auf, so dass ich mich nach dem moment sehne, ja verzehre, in dem du mit deinem wahren lächeln dieses bild zerschneidest, dieses zerrbild ersetzt durch etwas vollkommenes, das keiner kunst, keiner dichtung bedarf - weil es vom leben selbst geschaffen wurde..

..wie sehr sehne ich mich danach. wie sehr fürchte ich mich vor diesem einzigen augenblick..

(Quelle: thepoemist)

im grünen

die wolken über uns
sehen aus wie schäfchen

doch deswegen musst du
nicht gleich einschlafen

denke ich still

und frag die sonne ob sie
dir nicht ein paar sprossen

machen will

an denen ich nach oben
steigen kann

um dir aus etwas wolle
ein kissen

zu machen
.

(Quelle: thepoemist)

lass mich
fallen

und

fang mich
auf

enthülle
mich

und

hüll mich
ein

halt mich
fest

und

lass mich
los
.

(Quelle: thepoemist)